Digitalzwang

Das gute digitale Leben setzt voraus, dass wir Digitalisierung nicht mit Überwachung gleichsetzen und immer auch Wahlfreiheit haben, analog zu bleiben.
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Wen betrifft Digitalzwang?

Digitalzwang schadet prinzipiell allen, die Technik einsetzen. Denn nur wenn wir die Möglichkeit haben, schlechte Technik abzulehnen, kann ein Wettbewerb entstehen, in dem sich die gute Technik durchsetzt.

Ohne Wahlfreiheit leben wir bald in einer Welt voller miserabler Technik der wir nicht mehr ausweichen können.

Manche Gruppen sind besonders stark von Digitalzwang betroffen:

  • Menschen mit Behinderung, alterbedingte Schwierigkeiten, Betroffene von Digitalsucht
  • Menschen, denen die nötigen Fähigkeiten fehlen
  • von Armut betroffene Menschen
  • technikaffine Menschen, die sich bewusst gegen Technik entscheiden
  • Kinder

Carlos ist ein pensionierter Arzt. Er hat Parkinson, ist aber bisher gut alleine zurecht gekommen. Jetzt wird seine Bankfiliale geschlossen und die Bank stellt komplett auf Online-Banking um. Er kann ein Smartphone mit seinen zittrigen Fingern nicht gut bedienen.

Jutta ist IT-Sicherheitsspezialistin, weiß genau, wie Tracking funktioniert. Sie will selber entscheiden, welche Apps sie installiert – und welche nicht. Sie fährt beruflich viel Bahn. Die datenhungrigen Bahn-Apps will sie nicht installieren – doch ohne kommt sie nur noch schwer an Fahrtickets und Informationen über Wagenstand, Verspätungen und Anschlüsse – und in die DB-Lounge wird sie auch nicht mehr reingelassen.

Lea hat eine komplizierte Verletzung am Handgelenk. Der empfohlene Spezialist vergibt Termine ausschließlich online über Doctolib. Dieser fragwürdige Dienstleister hat bereits einen BigBrotherAward bekommen. Lea fühlt sich erpresst.

Laszlo hat irgendwann festgestellt, dass Social Media ihn unglücklich macht und die dauernde Erreichbarkeit ihm seine Zeit stiehlt. Deshalb hat sein Smartphone abgeschafft. Jetzt genießt er es, Menschen und Umgebung wieder ganz anders wahrzunehmen. Aber es macht seinen Alltag schwieriger – zum Beispiel kann er ohne Smartphone bei den neuen Packstationen kein Paket mehr abholen.

Was ist Digitalzwang?

Digitalzwang ist, wenn es keine analoge oder datenschutzfreundliche Alternative zu einem Produkt oder Service gibt, obwohl sie realisierbar wäre.

Digitalzwang liegt vor, wenn:

  • ... die Dienstleistung technisch auch analog realisierbar wäre, aber nicht angeboten wird.
  • ... es sich nicht um einen Extra-Service handelt und ein Verzicht die Teilhabe am öffentlichen Leben einschränkt, besonders bei Leistungen des Staates und der Grundversorgung.
  • ... eine vorhandene analoge Alternative so unattraktiv ist, dass sie faktisch nicht in Frage kommt.

Prinzipiell gilt: Je größer der Nachteil ist, der Ihnen gegenüber der digitalen Lösung entsteht, desto größer ist auch der Digitalzwang – insbesondere wenn es um Teilhabe am öffentlichen Leben geht. Ganz besonders Leistungen im Bereich des Staates und der Grundversorgung müssen immer auch eine analoge Alternative beinhalten.

Wir finden: Es muss immer auch einen Weg geben, am öffentlichen Leben teilzuhaben, ohne zunehmend Daten abtreten zu müssen.

Digitalzwang unterteilt sich in vier Ebenen:

  1. Digitalisierungszwang: Es gibt keine analoge Alternative mehr. Ohne Smartphone oder PC werden Sie aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt.
  2. App-Zwang: Sie brauchen eine App, die nur zu bestimmten Bedingungen installierbar ist (Smartphone-Besitz, Betriebssystem, App-Store, Tracker, Datenzugriff).
  3. Kontozwang / Accountzwang: Sie können einen Dienst nur nutzen, wenn Sie ein Konto anlegen und Angaben zu Ihrer Person machen. Liegt auch vor, wenn Sie eine App (App-Zwang) nur mit Google- oder Apple-Konto erhalten.
  4. Datenabgabezwang: Ein Dienst ist nur verfügbar, wenn Sie Daten abgeben und Tracker und Cookies akzeptieren.

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